In jedem Marketing- und Verkaufsseminar wird er gelehrt, der sogenannte Elevator Pitch. Dabei geht es darum, in nur wenigen Minuten eine Idee auf den Punkt zu bringen und das Interesse des Gegenübers dafür zu wecken.

Genauer gesagt ist der Elevator Pitch eine kurze Präsentation, die zwischen 30 Sekunden und zwei Minuten dauert. Der Name kommt daher, weil man sich in das Szenario hineinversetzen soll, eine interessante Person im Aufzug zu treffen und sie während der kurzen Fahrt im Lift für eine Idee zu begeistern.

Mittlerweile gibt es kaum mehr Unternehmer, die keinen Elevator Pitch parat haben. Gründer lernen ihn in Seminaren, Studenten in Marketingvorlesungen und Verkäufer in Verkaufsschulungen. Dennoch weiß kaum jemand, wer den Begriff eigentlich erfunden hat. Wir bringen Licht ins Dunkel.

Er stammt von der ehemaligen Journalistin Ilene Rosenberg. Sie kreierte diesen Begriff in den 90er Jahren, als sie in New York lebte. Damals war sie mit dem Journalisten Michael Caruso zusammen, der zu dieser Zeit bei der Vanity Fair als leitender Redakteur arbeitete. Tina Brown war damals Chefredakteurin und ständig unterwegs. Michael Caruso hatte es nicht leicht, sie zu erwischen, um seine Ideen zu besprechen. So blieb ihm manchmal nichts anderes übrig, als schnell zu Tina Brown in den Aufzug zu huschen, um ihr eine Geschichte schmackhaft zu machen. Das bedeutete, dass ihm nur vier Stockwerke blieben, ihr eine Story von 15.000 Wörtern zu präsentieren. Wenn er dann von seiner Arbeit nach Hause kam, fragte ihn Ilene Rosenberg irgendwann nur mehr, wie sein Elevator Pitch heute gelaufen war.

Auch wenn es für manche etwas mühsam sein kann, den Elevator Pitch zu erlernen, lohnt es sich. Denn man kann ihn nicht nur im Aufzug anwenden, sondern auch auf Netzwerkveranstaltungen, am Buffet oder an der Supermarktkasse. Wichtig dabei ist allerdings, nicht einfach nur seinen Monolog herunterzuleiern, sondern in Kommunikation mit dem Gegenüber zu treten und auch Interesse am Gesprächspartner zu zeigen.